5-Euro-Haus

Gemeinsam unterstützen wir Familie Meyer aus Ahrtal

Schon Friedrich-Wilhelm Raiffeisen sagte: "Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele"! Genau diesen Leitsatz haben wir zum Anlass genommen, eine Patenschaft – im Rahmen des 5-Euro-Hauses – für Familie Meyer im Ahrtal zu übernehmen.

Wir haben uns über unser regionales Handeln hinweggesetzt: Die Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal hat uns dazu veranlasst. Das Ausmaß dieser Zerstörung konnte und kann man noch immer nicht begreifen. Dies wollen wir mit der Übernahme der Patenschaft für Familie Meyer in Angriff nehmen.

Überblick

Unsere Patenfamilie ist selbstverständlich Kunde einer Genossenschaftsbank und wir wollen auf diesem Wege die große genossenschaftliche Gemeinschaft aufzeigen und erlebbar machen. Dabei setzen wir auf unser Netzwerk, unsere Mitarbeiter sowie unsere Mitglieder und Kunden.

Übernehmen Sie eine Patenschaft von 5 Euro (oder mehr) pro Monat und geben Sie der Familie damit eine Perspektive für den Wiederaufbau ihres Hauses. Familienvater Sascha Meyer schildert in der untenstehenden Geschichte die dramatische Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021. Packen wir es an und zeigen damit, die große Stärke der Volks- und Raiffeisenbanken.

Übrigens: Selbstverständlich haben wir auch bei uns in der Region für die vom Hochwasser betroffenen Gebiete gespendet.

Sie möchten Familie Meyer helfen?

Kontoinhaber: Sascha Meyer
IBAN: DE24 5776 1591 0085 9309 00

 

Wenn Sie sich für das "5-Euro-Haus" der Familie Meyer entscheiden,
dann senden Sie bitte eine Mail an: thomas.appel@vr-mfr.de
In regelmäßigen Abständen werden wir die Spender über den Fortschritt am Haus mit Texten, Fotos und Videos informieren.

Die Geschichte von Sascha, Simone und den Kindern John & Jack

Um euch einen Eindruck darüber zu vermitteln, wie uns das Hochwasser in der Nacht vom 14.07. auf den 15.07.2021 getroffen hat, möchte ich euch auch einen Einblick in unser Privatleben geben und der schönen Zeit, die wir in den 15 Monaten in Altenburg erleben durften und wie das Hochwasser uns nach oben „getrieben“ hat, ohne zu wissen, wann das Ganze ein Ende nimmt.

Am 03.04.2020 haben wir unser Traumhaus in Altenahr, Ortsteil Altenburg gekauft. Eingezogen bin ich mit meiner Frau Simone (38) und meinen Söhnen John (5) und Jack (2) und den Katzen Jimmy und Lilly (4) Ende April 2020. Trotz Corona Pandemie haben wir uns von Anfang an sehr wohl gefühlt und gerade unser Sohn John hatte schnell Spielgefährten und Anschluss in der direkten Nachbarschaft gefunden. Wir fühlten uns angekommen in unserem Traumhaus.

Für den 13.07. und 14.07. gab es im Vorfeld Meldungen über Starkregen. Am 13.07. gab es zwar mal Schauer, jedoch weit entfernt von Starkregen. In unserer Region gibt es regelmäßig Unwetterwarnungen, jedoch ist es nicht selten der Fall, dass in unserem Tal die Sonne scheint und sich Unwetter in angrenzenden Regionen entladen. Dies änderte sich am späten Nachmittag des 14.07..

Meine Frau hatte in Altenahr um 17:15 Uhr noch einen Termin beim Friseur und ich wartete mit meinen Söhnen John und Jack. Bei der Rückfahrt war die Ahr am nahegelegenen Campingplatz teilweise über die Böschung getreten und die Anwohner standen mit Pumpen und Schläuchen direkt an der Ahr parat, um das Wasser direkt abpumpen zu können. Die Hauptstraße Richtung Kreuzberg war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr passierbar.

Zu Hause angekommen bemerkten wir, dass die Nachbarn größtenteils die Autos auf höher gelegene Parkplätze geparkt hatten. Ich schloss mich dem an und platzierte unsere zwei Autos am Hang in der Nachbarschaft.

Als ich zurück im Hof stand, hielt ich für kurze Zeit inne, um einzuschätzen, ob es Unruhe im Dorf gab. Die Vögel zwitscherten, ansonsten gab es keine Hinweise darauf, dass irgendetwas ungewöhnliches bevorstehen würde.

Sicherheitshalber räumte ich den Raum, in dem sich auch die Öltanks befanden, unter unserer Terrasse aus, da der Eingang dazu der tiefste Punkt auf unserem Grundstück ist und ich damit rechnete, dass der Raum sich zumindest teilweise mit Wasser füllen würde. Auch hier schaute ich mich um und sah sonst niemanden in der Nachbarschaft räumen. Die Fahrräder stellte ich in unsere Garage. Plötzlich kam mein Sohn John angerannt und rief: „Papa, das Wasser kommt!“ Wir rannten in den Hof, und da sah ich das Wasser aus Richtung „Mittelstraße“ und „Im Auel“. Das Wasser wirkte ruhig. Ich war zu diesem Zeitpunkt davon überzeugt, dass ggf. unser Garten und Keller ein bisschen Wasser abbekommen würden. Ich ging in den Keller und räumte die NAS in den ersten Stock und ging zurück auf den Hof. Da sah ich unsere Nachbarn von schräg gegenüber, die mir erzählten, dass sie den Trockner und die Waschmaschine auf einen ca. 20 cm hohen Sockel gestellt hatten. Daraufhin bin ich zurück und habe unseren Trockner auf die Terrasse getragen. Die Waschmaschine war noch voller Wasser, daher blieb sie in der Keller-Eingangstür zum Garten stehen.

Ich bin aus dem Keller raus und habe aus Gewohnheit die Kellertür zum Flur geschlossen und schaute dann im Erdgeschoss aus der Eingangstür.

Schätzungsweise gegen 20:30-20:45 Uhr mussten wir unser Erdgeschoss aufgeben. Simone brachte Jack in seinem Zimmer zu Bett, John hatten wir im Schlafzimmer hingelegt. Er konnte zwar aufgrund der Aufregung nicht einschlafen, verhielt sich jedoch ruhig.

Kurz nach 21:30 Uhr erreichte ich über mein Handy die Polizeiinspektion Adenau und fragte, ob sie sagen könnten, wann der Scheitelpunkt des Hochwassers erreicht sei, da bereits unser Erdgeschoss unter Wasser stand. Der Polizeibeamte konnte darüber keine Auskunft geben, lediglich dass der Pegel bei 5,80 m stehen bleiben würde. Darauf erwiderte ich, dass das Wasser in Altenburg weiter steigt. Ich bekam noch den Hinweis, dass wir zur Not aufs Dach und letztendlich ins Wasser gehen müssen. „Ins Wasser gehen, ist für uns keine Option. Mein Sohn Jack ist 2 und John gerade 5 geworden. Wir haben keine Möglichkeit, die Kinder an uns zu binden und auch keine Schwimmflügel.“ Kurz darauf beendeten wir dann das Telefonat.

Zwischen 21:30 Uhr und 22:05 Uhr muss es eine erneute Flut gegeben haben. Das Wasser stand kurz vor dem Obergeschoss. Ich schrie zu Simone: „Schatz, wir laufen voll!“. Sie nahm Jack und ich schnappte mir John und wir rannten auf den Dachboden. Jetzt war der Moment, dass es nur noch darum ging, das Nötigste auf den Dachboden für die Nacht zu bekommen. Wir trugen unsere Matratzen, Windeln, 2 Liter Getränke, ein bisschen was zu essen, die Katzen etc. und nötige Kleidung von uns hoch. Es war schon lange her, dass ich ein „Vater unser“ gebetet habe, in der Nacht tat ich es und es fühlte sich gut, man kann sagen befreiend. Ich verstand in dem Moment, dass es für uns auch nicht gut ausgehen könnte. Es gingen Bilder durch meinen Kopf wie ich John und Jack in den Fluten verliere. Der Schrei „Lilly komm her!“ riss mich aus meinen Gedanken. Simone rannte zurück vom Dachboden ins Obergeschoss und ich hörte sie durchs Wasser rennen. Durch das Getöse der Flut brüllte ich nun: „Komm hoch, das ist zu gefährlich!“. Zum Glück kam sie kurz darauf mit Lilly im Arm zurück auf den Dachboden. Die Kinder weinten und wir beruhigten sie.

Ich machte mich daran, für uns einen Notausstieg zu schaffen, um im Fall der Fälle auf das Dach flüchten zu können. Da der Dachboden nicht ausgebaut war („kalter Dachboden“), war das kein Problem. Auf einmal hörten wir eine Frau schreien: „Hilfe, wir ertrinken!“. Ich schaute sofort auf das Handy und hatte kein Netz. Beim Blick auf die Flut war auch klar, dass es keine Möglichkeit gab irgendwie zu helfen. Ich setze mich neben Simone und fragte sie, was hier gerade passiert. Wir hörten in der Nacht noch weitere Menschen um Hilfe rufen. Am nächsten Tag erfuhr ich, dass aufgrund der Strömung eine Rettung mit Boten nicht möglich war und die Bergung aus der Luft nachts aufgrund der schlechten Sicht nicht durchgeführt wird. Wir erfuhren, dass 3 Frauen aus der Nachbarschaft in dieser Nacht ihr Leben verloren hatten.

Wir machten in dieser Nacht kein Auge zu. Die Kinder schliefen irgendwann ein und wir beobachten regelmäßig mit den Nachbarn den Pegelstand.

Um ca. 9:00 Uhr (15.07.) kam unser Nachbar aus der Mittelstraße vorbei und wir brachten mit einem Kanu die Kinder und Simone durch knietiefes Wasser an einen höher gelegenen Ort. Durch das Wasser zu gehen, war beschwerlich, da die Flut Schlamm mitbrachte.

Wir gingen zu einem privaten Sammelpunkt, an dem wir über den Tag über verpflegt wurden. Bis zu vier Hubschrauber waren den Tag über im Dauereinsatz, um die Anwohner, die sich auf den Dächern in Sicherheit gebracht hatten, zu bergen. Anstelle mit dem Hubschrauber evakuiert zu werden gingen wir zu Fuß über Feld und Wanderwege/ Trampelpfade in den Nachbarort Kreuzberg, dann weiter ca. 3km oberhalb von Altenahr an den Wanderparkplatz, wo uns mein Schwiegervater abholte.

Simone erzählte mir an dem Abend, dass unser Sohn John zu dem Zeitpunkt als ich provisorische die Öffnung ins unser Dach als Notausgang „machte“, gefragt hat, ob wir alle sterben müssen.

John hat es mittlerweile (9 Wochen danach) alles gut verarbeitet und geht wieder gerne und regelmäßig in den Kindergarten. Das Haus ist mittlerweile entkernt und die Bautrockner laufen im Keller auf Hochtouren.

Update der Familie Meyer

Einen schönen guten Tag,
erst einmal vielen Dank, dass Sie uns im Rahmen des „5 Euro Hauses“ unterstützen, ein neues zu Hause aufzubauen.
In den letzten 4,5 Monaten wurde unser Haus in Altenburg vom Schlamm gesäubert und im Anschluss auf Grundlage der dringenden Empfehlung unserer Gutachterin sowohl im Innen- als auch im Außenbereich komplett entkernt. Hintergrund ist, dass wir in der Flutnacht neben dem Wasser-, Fäkalien- und Schlammgemisch unser Haus auch sehr stark von auslaufendem Heizöl betroffen war. Wie sich herausstellte, sind Ölbehälter aus Kunststoff anfällig gegen den immensen Wasserdruck und gehen schnell „hoch“ im Gegensatz zu Stahlbehältern, die in den 50er/ 60er Jahren verbaut wurden. Das führt dazu, dass das Wasser in die Heizöltanks eindringt. Da das Heizöl leichter ist als Wasser, steigt es bei defekten Öltanks auf und verteilt sich an der Wasseroberfläche. Dies ist in der Flutnacht in vielen Haushalten passiert und führte dazu, dass sich Heizöl Teppiche bilden konnten, wodurch sich das Heizöl unkontrolliert in Häuser und Natur verteilen konnte.
Um das Trocknen im Keller zu beschleunigen wurde unser Haus an drei Seiten im Kellerbereich komplett freigelegt und auch hier der Zementputz inklusive dem Bitumenanstrich entfernt. Dies war sehr zeitintensiv und wäre ohne die unzähligen Helfer, die dankenswerterweise an Wochenenden und in ihren Urlauben im Ahrtal zum Säubern der verschlammten Häuser und anschließenden Entkernen derselbigen nicht möglich gewesen.
Die Wände wurden gereinigt und im Anschluss mit Wasserstoffperoxid gegen Schimmel und Viren behandelt und dann alle 2 – 3 Tage mit Mikroben zum Abbau von Heizöl besprüht. Mikroben sind kleine Mikroorganismen, die das Heizöl „auffressen“ und somit abbauen.

Ende September haben wir dann provisorisch von Helfern aus Baden-Württemberg eine Ölheizung installiert bekommen, mit jeweils drei großen Heizkörpern zentral in jeder Etage im Treppenhaus. Zudem wurde der Schaltschrank durch einen Elektriker Meister in den Dachboden verlegt, um bei künftigen Hochwasserereignissen den Schaden so gering wie möglich zu halten. Mitte Oktober kam dann ein Vater- und Sohn- Gespann. Am ersten Tag wurde Jacks Kinderzimmer verkabelt und Unterputzdosen verlegt. Am Folgetag, Freitag den 15.10. bekam ich morgens früh um 07:15 Uhr dann den ersehnten Anruf von unserer Gutachterin mit den Ergebnissen der Wandproben. Untersucht wurden die Proben auf Mineralölkohlenwasserstoff. Leider mit dem Ergebnis, dass die Werte viel zu hoch und auf Dauer krebserzeugend für die Bewohner sind. Wir waren gut unterwegs und hatten von jetzt auf gleich den Stillstand. Simone war auch am Boden zerstört. Ich habe im Laufe des Tages allen Helfern abgesagt und Familie, Freunde, Arbeitskollegen und Bekannten Bescheid gegeben.
Seit dem uns mitgeteilt wurde, dass der Abriss unumgänglich ist, ist es sehr ruhig um unser Haus in Altenburg geworden. Anfangs war ich noch vor Ort und habe Materialien, die ich nicht mehr benötige an Bewohner in Altenburg und an unser Versorgungscamp weitergegeben. Mittlerweile haben wir aber auch wieder mehr Zeit für unser Familienleben, was natürlich in den Wochen nach der Flut viel zu kurz gekommen ist.
Nachdem ich die Bautrockner abgebaut und zurückgegeben habe, habe ich begonnen, die Fenster auszubauen. Der Ausbau der provisorischen Ölheizung samt Heizkörper steht auch noch bevor. Zudem muss noch die Elektroinstallation zurückgebaut werden. Das sind die letzten Schritte, damit das Haus weitestgehend sortenrein abgerissen werden kann.
Am 29.11. steht der Termin mit unserer Gutachterin an, bei dem wir das Gutachten besprechen. Wenn dann keine weiteren Punkte mehr offen sind, können wir im Anschluss bei der ISB (Investitions- und Strukturbank Rheinland Pfalz) die staatliche Förderung beantragen, da wir keine elementare Gebäudeversicherung haben. Im Nachgang warten wir dann auf die Entscheidung der ISB und dann folgt der Abriss des Hauses.
Im Moment stecken wir in der Hausplanung noch am Anfang. Wenn wir dann mit den grundlegenden Themen wie „Bauen mit Hochwasserschutz (Ja/Nein)“, „Bauen mit Keller“ (Ja/ Nein) durch sind, werden wir den Bauantrag über unsere Architektin stellen lassen und dann im Frühjahr mit dem Neubau beginnen. Was die Aufteilung der Wohnräume angeht, haben wir keine Änderungen geplant, hier war das Haus für uns schon vorher optimal.
Für die Kinder ist ein weiteres Stück Normalität eingetreten. Jack (2) hatte im August zusammen mit seiner Mama Simone seine Eingewöhnungszeit und geht mittlerweile sehr gerne mit seinem Bruder John (5) in den Kindergarten. Durch das offene Konzept können sich die Kinder auch in den unterschiedlichen Gruppen besuchen, was beide auch sehr genießen.
Wir hatten das große Glück, dass wir schon innerhalb der ersten Woche nach der Katastrophe ein Haus aus privatem Besitz vorerst mietfrei in Grafschaft/ Lantershofen zur Verfügung gestellt bekommen haben, in dem wir uns auch wohl fühlen. Darüber sind wir sehr dankbar. Auch das wir bereits nach einem Monat ein Auto gespendet bekommen haben, hat uns sehr geholfen. Leihweise haben wir einen Anhänger und mittlerweile drei Wohnwagen über Ahrhelp.de zur Verfügung gestellt bekommen. Auch hierfür vielen Dank an die Überlasser.
Nachdem wir die schreckliche Nacht vom 14.07. auf den 15.07. überlebt haben und uns in den ersten Wochen mit der neuen Situation arrangieren mussten, sind wir für die große Anteilnahme, Hilfsbereitschaft und Spendenbereitschaft unendlich dankbar. Wir sind mit dem was wir an Kleidung am Körper trugen am 15.07. über den angrenzenden Berg nach Kreuzberg letztendlich bis auf den Wanderparkplatz oberhalb von Altenahr gewandert. Hierbei wird uns der 500 Meter lange, aufgrund des Stromausfalls, dunklen Tunnel und die Permanenten Rotorengeräusche der Hubschrauber und die Martinshörner der Einsatzfahrzeuge, die die geretteten Menschen in Krankenhäuser abtransportierten, besonders in Erinnerung bleiben. In den Momenten, an denen ich versuche unser Erlebtes in Worte zu fassen bekomme ich immer noch Gänsehaut. Es war eine apokalyptische Stimmung.
Auf die Frage, wie wir uns in der Nacht und in den Tagen danach gefühlt haben und was wir durchleben mussten trifft es folgender Song aus unserer Sicht sprichwörtlich „ wie den Nagel auf den Kopf“: #ProudToHelp | "Sag mir, dass wir es schaffen!" | Song der HÖHNER für die Betroffenen.
Daher nochmal vielen, vielen Dank, dass Sie uns mit Ihrer Spende unterstützen und uns dadurch die Hoffnung geben, in Altenburg einen Neuanfang starten zu können. Es zählt wirklich jeder Euro.

Bleiben Sie gesund!
Viele Grüße
Sascha & Simone Meyer mit John und Jack.
P.S. Auch unseren Katzen Jimmy und Lilly geht es gut. Sie haben die Flutnacht unbeschadet überstanden.

Update der Familie Meyer - Januar 2022

Hallo zusammen,
erst einmal wünschen wir allen ein frohes neues Jahr.
Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Trotz allen Umständen haben wir die Weihnachtszeit genossen und die Kinder hatten einen Riesenspaß. Die Augen funkelten an Heiligabend, als die Kinder bei der Bescherung die Geschenke unter dem wunderschönen Weihnachtsbaum sahen. So viele Geschenke hatten sie natürlich noch nie bekommen. Ich habe es schon so erklärt, dass das Christkind ja wisse, dass wir von der Flut betroffen waren und daher an Heiligabend mehr Geschenke als sonst mitgebracht hat. An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich für eure Beteiligung an der Wunschzettel Aktion über Amazon bedanken. Auch über die persönlichen Briefe und Leckereien haben wir uns sehr gefreut.
Den ersten Weihnachtstag haben wir traditionell mit meinen Eltern verbracht und den zweiten Weihnachtsfeiertag mit meinen Schwiegereltern. Zwischen Weihnachten und Neujahr hatten die Kinder im Kindergarten Weihnachtsferien und haben die Zeit mit dem neuen Spielzeug genossen. Wir haben das Jahr noch mit einem positiven Ereignis abschließen können. Wir haben uns mit dem Eigentümer von dem Haus, in dem wir in Lantershofen aktuell leben, zusammengesetzt und letztendlich ein Mietvertrag bis einschließlich Dezember 2023 unterschrieben.

Darüber sind wir sehr froh, da wir so die Möglichkeit haben, uns voll und ganz auf die künftigen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Neubau eines Hauses in Altenburg konzentrieren zu können. So haben John & Jack ein Zuhause auf Zeit gefunden, in dem sie sich sehr wohl fühlen. Auch der geschützte Hof- und Gartenbereich gibt den Kindern die Möglichkeit, sich zwischendurch austoben zu können.
Was den Hausbau in Altenburg angeht, hat sich in der Zwischenzeit nichts weiter getan. Ich hatte begonnen, den Antrag bei der ISB (Investitions– und Strukturbank Rheinland-Pfalz) auszufüllen. In dem Online Antrag gibt es einen Hinweis der SGD (Struktur – Und Genehmigungsdirektion) Nord. Inhaltlich geht es darum, dass man gelesen und verstanden hat, dass sobald ein Gebäude abgerissen werden muss und man sich mit dem Gebäude in einem Überschwemmungsgebiet befindet, durch die SGD-Nord ein Bauverbot verhängt wird. Kurz über den Punkt nachgedacht, habe ich die ISB telefonisch kontaktiert und gefragt, ob ich es richtig verstanden habe, dass erst Gelder durch die ISB freigegeben werden, wenn das Bauverbot der SGD-Nord aufgehoben wurde. Dies hat man mir bejaht. Es muss also erst zumindest eine Bauvorantrag gestellt werden, die ich zusammen mit einem Architekten einreichen muss. Der Architekt, mit dem ich das Projekt angehen möchte, ist bis zum 17. Januar noch im Urlaub. Ich werde mit ihm dann einen Termin vereinbaren und denke dass es so gegen mitte Februar dann mit dem Antrag an die Gemeinde/Kreisverwaltung/SGD-Nord weitergeht. Dies kann laut Flurfunk in unserem Dorf mehrere Wochen dauern. Wobei mich das in dem Fall auch nicht wundert, aufgrund der hohen Anzahl der durch die Flut zerstörten Häuser, die neu gebaut werden müssen. Alles in allem sind wir weiterhin guter Dinge, dass wir dieses Jahr gut vorankommen werden. Unser Ziel ist es, Ende des Jahres einen Rohbau in Altenburg stehen zu haben, vielleicht auch schon mit Türen und Fenstern, damit im Winter die elektrische Verkabelung und die Heizungsanlage nebst Fußbodenheizung eingebaut werden kann. Sobald sich was nennenswertes ergibt werden wir wieder informieren. Nach meiner aktuellen Einschätzung wird es Ende Februar werden. Bis dahin wünschen wir euch eine schöne Zeit. Bleibt gesund!

Viele Grüße
Sascha

Update der Familie Meyer - März 2022

Hallo zusammen,

zuerst einmal möchten wir uns entschuldigen, dass es so lange kein Update von uns gegeben hat. Es hat sich aber auch bis heute leider, was den Neubau unseres Hauses angeht, nicht viel getan. Alleine schon einen Architekten zu finden, der zuverlässig ist, ist sehr schwer. Da möchte man sich gar nicht ausmalen, wie es hinterher wird, wenn man auf eigene "Faust" die Handwerker organisiert. Daher haben wir uns dazu entschlossen, uns ein Generalbauunternehmen zu suchen. Natürlich haben die Generalbauunternehmen die Auftragsbücher voll und der frühestmögliche Baubeginn ist Dezember diesen Jahres/ oder sogar Ende 1. Quartal 2023.

An dieser Stelle möchte ich direkt einen Aufruf starten. Sofern ihr ein Generalbauunternehmen empfehlen könnt, das noch Kapazität hat, um unser Haus in Altenburg zu bauen, dann würden wir uns über einen Kontakt freuen. Optimaler Beginn wäre Sommer/Spätsommer 2022. Natürlich wäre ein Baubeginn im Herbst immer noch besser als die Optionen, die wir aktuell haben. Alleine bei uns in Altenburg müssen noch insgesamt 21 Häuser abgerissen werden. Ich kann mir vorstellen, dass hier der ein oder andere bestimmt auch gerne schlüsselfertig bauen lassen möchte.

Der Abriss allerdings geht dank der Dachzeltnomaden weiter voran. Aufgrund von Corona ist hier aber erst einmal Pause angesagt. Ab April werden sie aber wieder u.a. im Ahrtal tätig sein.

Die Dachziegel waren leider aufgrund des Alters nicht mehr verwendbar für einen Neubau. Einlagern hat hier ebenfalls keinen Sinn gemacht.

Die Dachzeltnomaden werden im April den Dachstuhl zurück bauen. Hier wird es dann auch wieder ein Video geben.

An der Stelle würde ich mich über ein YouTube Abo von Euch freuen, auch wenn ihr noch Freunde und Bekannte für den Kanal gewinnen könnt. Mein Ziel ist es, sofern ich irgendwann mal an den Punkt gelange, Einnahmen über den Kanal zu generieren, diese direkt an betroffene, die noch keinem Projekt angehören wie z.B. dem 5-Euro-Haus, zur Verfügung zu stellen.
Hier ist dann die Idee entstanden, eine Serie zu erschaffen, aus der hervorgeht, wie es uns in den 15 Monaten vor der Katastrophe ergangen ist und dies in Kontrast zu stellen zu dem, was passiert ist. Im weiteren Verlauf wird es dann auch einen Ausblick in die Zukunft geben, da wir noch lange nicht am Ziel sind. Hier ist dann unsere Geschichte exemplarisch für viele bei uns im Ahrtal. Es wird auch auf Probleme eingegangen, aber auch Gutes hervorgehoben, was die Helfer aber auch die Behörden betrifft.

Vielen Dank nochmal, auch dass ihr uns weiterhin unterstützt.

Liebe Grüße

Sascha, Simone mit John und Jack

P.S.: John und Jack freuen sich jeden Tag riesig auf den Kindergarten in Altenahr und auf das Mittagessen in Altenburg. Einfach mal wieder zu Hause sein, sei es auch nur für ein paar stunden am Tag.
Unsere Katzen Jimmy und Lilly sind auch bester Gesundheit und haben sich an die neue Umgebung gewöhnt und fühlen sich wohl.